Am Freitag, den 11. September, war es endlich so weit: Der „Feminist Fight Club” hat im Balver Lohgerberhaus Station gemacht – und wir sind immer noch begeistert von diesem Abend!
Mit Sina Wübbeling aus dem Kreisverband Borken hatten wir eine richtig kompetente und sympathische Referentin zu Gast. Gemeinsam mit ihr haben wir uns intensiv mit einem Thema beschäftigt, das eigentlich uns alle betrifft, über das aber viel zu selten offen gesprochen wird: Care-Arbeit. Zu uns gestoßen sind Teilnehmer*innen aus Balve, Hemer und Iserlohn – eine bunte Runde, die zeigt, dass das Thema weit über unsere Ortsgrenzen hinaus Menschen bewegt.
Care-Bingo als Augenöffner
Gestartet sind wir mit einem Care-Bingo. Klingt erstmal spielerisch, hatte es aber ganz schön in sich: Bei einigen von uns hat es regelrecht die Augen geöffnet, was eigentlich alles unter Care-Arbeit fällt. Kinderbetreuung ist da nur ein Teil – auch die Pflege von Angehörigen, die Organisation des Familienalltags, das ständige Mitdenken für andere gehört dazu. Vieles davon läuft nebenbei, unbezahlt und oft unsichtbar. Genau da wollte der Abend ansetzen.
Ehrliche Gespräche in geschützter Runde
Im Anschluss sind wir in eine kleine Diskussionsrunde gestartet, in der jede*r von den eigenen Herausforderungen erzählen konnte. Dabei ging es nicht nur um die Verantwortung für Kinder, sondern genauso um die Pflege der eigenen Eltern – ein Thema, das viele von uns im Alltag begleitet, über das aber selten gesprochen wird. In der geschützten Atmosphäre der Gruppe konnten wir uns gegenseitig Mut machen, eigene Erfahrungen teilen und merken: Wir sind mit unseren Herausforderungen nicht allein.
Aus den Gesprächen haben wir auch ein paar Punkte mitgenommen, an denen die Politik ansetzen könnte, um den Alltag von Menschen mit Care-Verantwortung konkret zu erleichtern. Care-Arbeit sichtbarer zu machen heißt eben auch, sie politisch ernst zu nehmen.
Zum Ausklang des Abends haben wir uns gegenseitig Wünsche auf Postkarten geschrieben – ein schöner, persönlicher Abschluss für einen Abend, der viel Ehrlichkeit und Nähe mit sich gebracht hat.
Ein tolles Fazit
Denise Brilla vom Ortsverband Schalksmühle bringt es auf den Punkt: „In der geschützten Gruppe konnten wir viele Aspekte und Herausforderungen besprechen, die mit der Care-Verantwortung kommen. Einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sah man an, dass ihnen das offene Gespräch über das Thema sehr gutgetan hat. Sina Wübbeling hat ein tolles Format geschaffen und wir hoffen, sie noch einmal im Märkischen Kreis begrüßen zu dürfen.”
Wir sagen Danke an Sina Wübbeling für den tollen Abend und an alle Teilnehmer*innen, die offen und ehrlich mitgemacht haben. Care-Arbeit ist kein Randthema – sie hält unseren Alltag zusammen und verdient es, gesehen und politisch mitgedacht zu werden. Wir sind froh, dass wir mit dem „Feminist Fight Club” einen Raum dafür schaffen konnten, und hoffen, Sina bald wieder bei uns im Märkischen Kreis begrüßen zu dürfen.




Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Rückblick: Volles Haus bei „Mütter in die Politik“ in Schalksmühle
Am Samstagnachmittag war die Veranstaltung „Mütter in die Politik“ im Café Breddermann in Schalksmühle gut besucht – mitten drin auch Kinder, die laut den Gästinnen auf dem Podium selbstverständlich dazugehörten….
Weiterlesen »
Familien schützen. Gerecht reformieren.
Die Bundesregierung will ihre Sozialreformen vom Sommer voranbringen. Doch der Widerstand wächst – bei Familien, in der Gesellschaft und auch bei den Sozialpartnern. Und das hat einen guten Grund: Die…
Weiterlesen »
Sozialstaat verteidigen. Gerecht reformieren.
Deutschlandweit wird am 26. September demonstriert. Egal ob Du selbst betroffen bist, als Beschäftigte*r, Unternehmer*in eines mittelständischen Betriebs oder pflegende*r Angehörige*r, oder ob Du Dich einfach für eine gerechte Reformpolitik…
Weiterlesen »